Steuerreduktion und Zollermäßigungen für die Förderung der lokalen Produktion in Algerien

Am 23. Juli 2015 hat der algerische Ministerrat eine Verordnung zum Nachtragshaushaltsgesetz veröffentlicht (Ordonnance n˚15-01 du 23 juillet 2015 portant loi de finances complémentaire pour 2015, LFC). Das Gesetz beinhaltet einige steuerliche Maßnahmen im Wirtschafts- und Immobiliensektor.

Ziel ist es, die Ausgaben zu straffen, das Defizit abzubauen und durch Zuführung von hohen Barbeträgen (ca. USD 40 Mrd.) in das Bankwesen den informellen Sektor zu bekämpfen.

Teilweise Steuerreduktion und Steueranreize

Die Mehrwertsteuer im Wohnbereich (Taxe sur la valeur ajoutée, TVA) auf Kredite für Immobilienprojekte wird aufgehoben.

Die vereinheitlichte Gewinnsteuer (Impôt sur le bénéfice des sociétés, IBS) von 23 %, die durch das Finanzgesetz 2015 eingeführt wurde, wird je nach Aktivität gem. Art. 150-1 des LFC nun wie folgt aufgespalten:

  • Steuersatz von 19 % für Tätigkeiten in der Produktion von Gütern (ausgenommen Tätigkeiten im Bergbau- und Kohlenwasserstoffsektor);
  • Steuersatz von 23 % für Tätigkeiten im Hochbau und touristische Aktivitäten;
  • Steuersatz von 26 % auf die restlichen Aktivitäten, insbesondere solche des Imports und Weiterverkaufs an den Staat

Die Gewerbesteuer (Taxe dur l’activité professionnelle, TAP) wird nach Art. 222 des LFC auf

  • 1 % für die Produktion von Gütern und
  • 2 % für den Baubereich reduziert.

Zollermäßigungen sowie Steueranreize

Für die Förderung der lokalen Produktion beim Import von Produktionsmitteln werden Zollermäßigungen und Steueranreize vorgesehen. Diese Maßnahmen betreffen vor allem die Eisen- und Stahlprodukte, Aluminiumprofile sowie pflanzliche Fette.